31 März Nachhaltigkeit im Malerhandwerk – Verantwortung, die sich auszahlt

Wenn es draussen kälter wird und die Baustellen etwas ruhiger werden, beginnt bei uns eine andere Art von Arbeit. Dann stehen wir im Magazin, öffnen Farbkessel, sortieren Dosen, prüfen Restbestände. Über das Jahr sammelt sich einiges an: ein halbvoller Eimer Fassadenfarbe für spätere Ausbesserungen, kleinere Gebinde von Spritzarbeiten, hier ein Rest, dort ein Kessel. Grammweise wird daraus irgendwann eine beachtliche Menge.
Spätestens dann stellen viele Kund:innen berechtigterweise die Frage:
Wie lange hält sich Farbe eigentlich und was passiert mit dem Rest?
Gerade wasserverdünnbare Farben reagieren empfindlich, sobald sie geöffnet oder mit Wasser verdünnt wurden. Wasser bietet einen idealen Nährboden für Mikroorganismen. Kippt die Farbe, riecht sie unangenehm oder zeigt sich Schimmel, ist sie nicht mehr brauchbar. Lösemittelhaltige Produkte sind stabiler, dennoch gilt auch hier: Veränderte Konsistenz oder eingetrocknete Bestandteile bedeuten das Ende der Verwendbarkeit.
Viele Menschen lagern Farbreste im Keller und hoffen, sie eines Tages noch brauchen zu können. Das ist verständlich. Doch irgendwann kommt der Moment, in dem entsorgt werden muss und genau hier beginnt auch bei uns im Betrieb verantwortungsvolles Arbeiten.
Farben gehören weder ins Waschbecken noch in den normalen Hausmüll. In unserem Betrieb sammeln wir Reststoffe konsequent, prüfen, was noch verwendet werden kann, und führen alles andere einer fachgerechten Entsorgung zu. Was unspektakulär klingt, ist für uns ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Malerarbeit.

Was mit dem verschmutzten Reinigungswasser passiert, sieht man nicht, aber es zählt
Ein Thema, das auf keiner Baustelle sichtbar ist, betrifft das Reinigungswasser. Pinsel, Rollen oder Spritzgeräte müssen gereinigt werden. Dabei entsteht Farbabwasser, das feste Bestandteile enthält. Diese gelangen bei uns nicht ungefiltert in die Kanalisation.
Wir trennen Rückstände, reinigen das Wasser kontrolliert und führen die festen Bestandteile als Sonderabfall ab. Dieser Schritt braucht Zeit, Organisation und Sorgfalt. Für uns gehört er selbstverständlich dazu. Jede Baustelle hinterlässt Spuren. Wir achten darauf, dass diese Spuren nicht im Grundwasser landen.
Nachhaltige Farben: was bedeutet das konkret?
In Beratungsgesprächen spüren wir, dass das Bewusstsein für Materialien gewachsen ist. Kund:innen fragen gezielt nach Raumklima, nach Emissionen, nach Inhaltsstoffen. Gerade bei Renovationen im Wohnbereich geht es vielen um gesunde Innenräume.
Wasserbasierte, lösemittelarme Farben enthalten deutlich weniger flüchtige organische Verbindungen (VOC). Sie belasten das Raumklima geringer und sind angenehmer in der Verarbeitung. Bei klassischen lösemittelhaltigen Farben ist die Geruchsentwicklung intensiver, und die Dämpfe bleiben oft länger wahrnehmbar.
Was viele nicht wissen: Der Unterschied zwischen wasserverdünnbaren und lösemittelhaltigen Farben zeigt sich nicht nur im Geruch, sondern im ganzen Verhalten des Produkts.

Lösemittelhaltige Produkte haben nach wie vor ihren Platz im Malerhandwerk und können je nach Anwendung sehr sinnvoll sein. Ihre Eigenschaften hängen jedoch stark vom verwendeten Bindemittel und der jeweiligen Rezeptur ab. Viele dieser Produkte enthalten flüchtige organische Verbindungen, sogenannte VOC, die für den typischen Geruch verantwortlich sind und nach dem Auftrag noch eine Zeit lang wahrnehmbar bleiben können. Wer schon einmal einen frisch lackierten Raum betreten hat, kennt diesen charakteristischen Geruch.
Wasserverdünnbare Farben enthalten in der Regel geringere Mengen dieser Stoffe. Dadurch riechen sie meist milder und trocknen häufig schneller. Gerade in Innenräumen empfinden viele Menschen das als angenehmer, sowohl während der Verarbeitung als auch in der Zeit danach.
Welches Farbe am Ende eingesetzt wird, hängt jedoch immer vom Untergrund, der Beanspruchung und der gewünschten Oberfläche ab. Deshalb prüfen wir bei jedem Projekt genau, welches Material für die jeweilige Situation am besten geeignet ist.
Wir entscheiden immer individuell und gemeinsam mit unseren Kund:innen.
Deshalb arbeiten wir eng mit Partnern wie Bosshard Farben zusammen, die ihre Produkte transparent deklarieren und mit der Schweizer Umwelt-Etikette auszeichnen lassen. Solche Kennzeichnungen helfen, Materialien einzuordnen und schaffen Vertrauen.
Auch Hersteller wie KT Color, die mit natürlichen Pigmenten arbeiten und bewusst produzieren, zeigen, dass sich Gestaltung und Verantwortung nicht ausschliessen. Nachhaltigkeit beginnt bei der Rezeptur und endet nicht beim letzten Pinselstrich.
In diesem Blogartikel feiern wir die Farben von KT Color, wenn du dich hier tiefergehend informieren möchtest.
Wenn dich das Thema Raumgesundheit vertieft interessiert, findest du in unserem Beitrag „Leben Sie schon wohngesund?“ weiterführende Informationen zu wohngesunden Materialien und Raumklima.

Nachhaltigkeit betrifft auch uns als Verarbeiter
Wer täglich mit Farben, Lacken und Beschichtungen arbeitet, spürt unmittelbar, wie sich Materialien verhalten. Gerüche, Dämpfe und Partikel begleiten den Arbeitsalltag. Die Wahl emissionsarmer Produkte wirkt sich daher direkt auf unsere eigene Gesundheit aus.
Eine gute Belüftung, geeignete Schutzmassnahmen und die bewusste Auswahl von Produkten sind für uns Teil professioneller Arbeitsweise. Qualität entsteht dort, wo Handwerk und Verantwortung Hand in Hand gehen.
Weniger Verschwendung beginnt bei der Planung
Nachhaltiges Arbeiten zeigt sich oft in Details, die man auf den ersten Blick nicht wahrnimmt. Eine präzise Mengenkalkulation verhindert überflüssige Farbreste. Wiederverwendbare Abdeckmaterialien reduzieren Einwegmüll. Werkzeuge werden gepflegt und mehrfach eingesetzt.
All diese Schritte sorgen dafür, dass Ressourcen geschont werden und Projekte sauber abgeschlossen werden können. Für viele Kund:innen bleibt dieser Teil unsichtbar, aber für uns ist er fester Bestandteil unseres Alltags.

Warum das für dich relevant ist
Vielleicht fragst du dich, was das alles konkret für dein Projekt bedeutet.
Ein bewusster Umgang mit Materialien beeinflusst die Raumluft, die Langlebigkeit der Oberflächen und die Folgekosten. Wer Wert auf nachhaltige Malerarbeiten legt, investiert in Qualität, die über Jahre Bestand hat.
Nachhaltigkeit im Malerhandwerk zeigt sich nicht in grossen Versprechen, sondern in durchdachten Abläufen, sorgfältiger Materialwahl und klarer Verantwortung im Hintergrund. Diese Haltung begleitet uns auf jeder Baustelle: vom ersten Beratungsgespräch bis zur fachgerechten Entsorgung.
Wenn du ein Renovations- oder Neubauprojekt planst und wissen möchtest, welche Farben, Lacke oder Beschichtungen sinnvoll sind, beraten wir dich gerne persönlich. Gemeinsam finden wir Lösungen, die zu deinem Raum, zu deinem Alltag und zu deinem Anspruch passen.
Kontaktiere uns gern jederzeit. Wir beraten dich gern individuell und schauen, welche nachhaltige Lösung für dein Projekt am besten funktioniert.